Autor

McCarthy, Cormac
(*1933)

Titel

Kein Land für alte Männer

Originaltitel

No Country for Old Men

Genre

Krimi

Seiten

309

Erscheinungsjahr

2005

Auszeichnungen

Verfilmungen

No Country for Old Men (2007)

Verlag

Picador

Website des Autors

ISBN

978-0-330-44170-4

Wertung

Inhalt

Auf der Jagd nach Antilopen finet Llewelyn Moss drei Trucks inmitten der Wüste, alle Insassen tot. Mexikanische Drogenhändler haben sich gegenseitig erschossen und das Geld steht in einer Tasche neben einer der Leichen. Moss kann nicht wiederstehen und ist fortan auf der Flucht vor den Drogenhändlern, der Polizei und einem eiskalten Killer...

Rezension

Die grandiose Verfilmungen hat mich zu diesem amerikanischen Autoren geführt, der mit Preisen überhäuft wurde und als einer der ganz Großen gilt. Anfangs konnte ich das überhaupt nicht nachvollziehen. Die direkte Rede wird nie als solche kenntlich gemacht, da die Gänsefüßchen fehlen und oft nicht dabei steht, wer gerade spricht. Außerdem sind die Sätze derart schmucklos, dass man teilweise das Gefühl hat, ein Drehbuch zu lesen. McCarthy hält sich nie lange mit Beschreibungen auf, sondern lässt seine Figuren entweder agieren oder reden. Wobei die Dialoge genauso gewöhnungsbedürftig sind, aufgrund vieler umgangssprachlicher Ausdrücke, und da sich die Protagonisten manchmal wie Papageien aufführen:
We got a loose cannon here. And we're missing a product and we're out a bunch of money.
Yessir. I understand that.
You understand that.
Yessir.
That's good. I'm glad I've got your attention.
Yessir. You have my attention.
Andere Sätze wiederum möchte man sich einrahmen, da sie ein eigentlich schwieriges Thema auf den Punkt bringen. Hat man sich also erst einmal an diesen ungewöhnlichen Stil eingefunden und sein übliches Lesetempo etwas gedrosselt, wird man von einer Geschichte überrascht, die im Grunde genommen sehr geradelinig ist, genau wie die darin agierenden Figuren - aber im Leser noc für Stunden nachklingt, nachdem man das Buch schon längst weggelegt hat. Sie ist traurig oder vielleicht melancholisch, aber irgendwie auch spannend, weil Moss ein einfacher Mensch ist, der nicht wiederstehen konnte, etwas Falsches getan hat, moralisch und juristisch gesehen. Ein folgenschwerer Fehler, wie sich erweisen wird, denn ihr Häscher ist ein Killer mit Prinzipien, der seine Opfer in nervenaufreibenden Gepsrächen in Angst und Schrecken zu setzen vermag, obwohl er dabei stets völlig ruhig bleibt. Einen gefährlicheren Gegenspieler habe ich selten erlebt, denn Chigurh ist wie ein Geist, dem der altersmüde Sherrif nichts entgegenzusetzen vermag. Letzten Endes fand ich "No Country For Old Men" genauso genial wie den Film, man muss sich nur darauf einlassen. (Mai 2011)

Schon gewusst?

Sie mochten dieses Buch? Dann könnte Ihnen auch gefallen:
Nächtliche Vorkommnisse (2006)